Westfälische Wilhelms-Universität

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Daten- und Prozessmanagement

Der Architekt (in der Baukunst) beschreibt seine Ideen für ein Bauwerk in Plänen mit unterschiedlichen Perspektiven (Grundriss, Draufsicht, Schnitt etc.). Auch Informationssysteme können aus unterschiedlichen Sichten beschrieben werden, Insbesondere aus der Daten- und Prozesssicht. Dies kann durch Beschreibungskonstrukte geschehen, die eher den betriebswirtschaftlichen Gehalt des zu beschreibenden Informationssystems fokussieren (Fachkonzept), oder durch solche, die die informationstechnische Umsetzung zum Ziel haben (DVKonzept, Implementierung).

Solche Beschreibungskonstrukte sind Modellierungssprachen wie Entity-Relationship-Modelle, Funktionsdekompositionsdiagramme, Ereignisgesteuerte Prozessketten, Organigramme, oder auch Diagramme der UML-Notation, icebricks etc. Das Modul Daten- und Prozesmanagement vermittelt die Grundlagen einiger dieser Modellierungssprachen anhand der von A.-W. Scheer vorgeschlagenen Architektur integrierter Informationssyteme (ARIS), die einen methodenorientierten Ordnungsrahmen darstellt. Darüber hinaus wird auch ein etabliertes Vorgehensmodell für prozessorientierte Reorganisationsprojekte besprochen.

Informationssysteme für spezifische Wirtschaftszweige oder Branchen werden häufig mit einem hohen Abstraktionsgrad beschrieben, um einen Überblick zu vermitteln. Beispiele sind das Y-Modell und das Handels-H-Modell zur Beschreibung der Aufgaben in Industrie- bzw. Handelsunternehmen. Industrieunternehmen übernehmen in der volkswirtschaftlichen Wertschöpfungskette die Aufgabe der Produktion von Gütern, Handelsunternehmen die der Distribution an (End)-Kunden. Diese wesentlichen Aufgaben spiegeln sich auch in den Informationssystemen wider, die in den Unternehmen eingesetzt werden. In Industrieunternehmen stehen die betriebswirtschaftlich-dispositiven Systeme der Produktionsplanung und -steuerung (PPS) und die technischen Systeme der Konstruktion und der Fertigung (CAD Computer Aided Design und CAM Comput   Aided Manufacturing) im Mittelpunkt. Eine wesentliche Integrationsaufgabe besteht in der Zusammenführung der technischen und betriebswirtschaftlich-dispositiven Systeme (Kopplung der CAD/CAM-Systeme mit den PPS-Systemen).

Handelsunternehmen haben eine räumlich-zeitliche Überbrückungsfunktion und eine Sortimentsfunktion zu erfüllen. Dies manifestiert sich in den Hauptaufgaben Beschaffen, Lagern und Verkaufen. Logistiksteuerung, Kontraktverwaltung mit Abrufsteuerung, Konditionenverwaltung, Kalkulationsunterstützung, Regaloptimierung und Nachschubsteuerung sind einige der wesentlichen Bereiche, in denen Informationssysteme die Arbeit des Händlers unterstützen müssen. Wesentliche Integrationsaufgaben liegen in der Kopplung des Mengenflusses von Einkauf und Verkauf und in der interorganisationalen Verbindung, zwischen Lieferanten und Händler einerseits und zwischen Großhändler und Einzelhändler andererseits.

Das Modul Daten- und Prozessmanagement vermittelt die grundlegenden Eigenschaften dieser Informationssysteme, der zugrundeliegenden Datenstrukturen und Prozessflüsse. Darüber hinaus werden die Vorteile von Ordnungsrahmen und Referenzmodellen bei domänenspezifischen Reorganisationsvorhaben dargelegt und diskutiert.

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