Westfälische Wilhelms-Universität

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Supply Chain Management

Moderne Unternehmen in globalen Märkten sind auf effektive Logistiknetzwerke ausgerichtet. Weitreichende Marktentwicklungen haben in den letzten Jahren dazu geführt, dass die Ausschöpfung logistischer Optimierungspotenziale aber auch die Differenzierung hinsichtlich einer kundenorientierten Logistikleistung einen zentralen Faktor für den Unternehmenserfolg darstellt. Neben der fortschreitenden Globalisierung der Beschaffungs- und Absatzmärkte haben insbesondere informationstechnologische Fortschritte hierfür neue Potenziale eröffnet. Die Nutzung dieser Möglichkeiten erfordert eine grundlegende Restrukturierung aller Prozesse in der Supply Chain auf strategischer, taktischer und operativer Ebene.

Das Supply Chain Management (SCM) nimmt diese Anforderungen auf, indem der Wertschöpfungsprozess unternehmensübergreifend in einem Netzwerk verstanden, diskutiert und gestaltet wird. Die Anforderungen an eine solche interorganisationale Zusammenarbeit sind als integriertes Problem der Prozessorganisation einerseits und des effektiven Einsatzes moderner Informationstechnologie andererseits zu diskutieren und entsprechende Lösungskonzepte sind daraus zu entwickeln. Dabei stehen nicht nur Fragestellungen der Material- und Warenwirtschaft, des Qualitäts- und Risikomanagements, sowie der IT-Unterstützung dieser Funktionen im Vordergrund. Über die Betrachtung der Material- und Güterflüsse hinaus stellt das Supply Chain Management die Betrachtung der Informationsund Planungsprozesse in den Mittelpunkt.

Das Modul Supply Chain Management im Rahmen des Masterstudiums Informationsmanagement setzt die Gestaltung, Planung und Steuerung der logistischen Geschäftsbeziehungen zwischen Unternehmen in den Fokus der Betrachtung. Ausgehend von den Treibern, die zu der steigenden Bedeutung des Supply Chain Management führen, werden die wesentlichen Gestaltungsebenen und -elemente eingeführt. Gerade in der Ausprägung der Struktur und Prozesse einer Supply Chain sind Modellierungtechniken ein essentielles Werkzeug, um komplexe Ablaufstrukturen sowie Kennzahlen- und Berichtssysteme zur Messung der Logistik-Performance zu entwickeln. Als Gestaltungsrahmen hierfür wird das Supply Chain Operations Reference Modell (SCOR) vorgestellt. An Hand des SCOR-Ebenensystems werden in sukzessivem Detaillierungsgrad die Planungselemente von Wertschöpfungsnetzwerken diskutiert und essentielle Werkzeuge zur Entwicklung individueller Prozessimplementierungen vermittelt.

Des Weiteren ist die Prozessgestaltung in der Supply Chain in Bezug auf eine kundenorientierte Ausrichtung unter Berücksichtigung der Effizienz für die Wettbewerbsdifferenzierung ein zentrales Thema. Anhand eines Aufgabenmodells des Supply Chain Managements werden die zentralen Fragestellungen der Supply Chain Planung in ihren Methoden sowie Ausprägungen vorgestellt sowie diskutiert. Studien zeigen, dass gerade eine ausgeprägte Kooperation zwischen den Unternehmen einer Supply Chain zu deren Erfolg wesentlich beiträgt. Aus der Vielzahl von Kooperationskonzepten sind verbreitete Ansätze wie „Vendor Managed Inventory“ (VMI) oder „Collaborative Planning, Forecasting, and Replenishment“ (CPFR) in ihren Abläufen sowie Verbesserungspotenzialen Gegenstand des Moduls. Wesentlich für die Umsetzung eines Supply Chain Managements sind die verschiedenen Arten von Informationssystemen, die in ihren Funktionen dargestellt und auch praktisch erprobt werden. 

Die Absolventen des Moduls sind in der Lage, Unternehmen und ihre Partner als umfassendes Geschäftsnetzwerk zu begreifen und selbstständig Interdependenzen zwischen Effizienz und Risiko aufzudecken, um auf dieser Basis betriebswirtschaftlich sinnvolle und informationstechnisch durchführbare Entscheidungen zu fällen. Sie sind in besonderem Maße dazu befähigt, klassische betriebswirtschaftliche Denkmuster zu hinterfragen und vor dem Hintergrund technisch induzierter Optimierungspotenziale neue logistische Konzepte zu entwerfen und zu bewerten.

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