Abschlussfeier 2019

Abschlussfeier 2019

Lebenslanges Lernen mehr als nur eine Floskel

Wir gratulieren herzlich den Absolventinnen und Absolventen unseres berufsbegleitenden Masters "IT-Management", die am vergangenen Samstag in einer Feierstunde ihre Abschlussurkunden erhielten. Dr. Kristin Große-Bölting, Geschäftsführerin der WWU Weiterbildung, begrüßte die zwölf Absolventen/-innen mit ihren Familien und Freunden im Heereman`schen Hof. Prof. Dr. Dr. h.c. Dr. h.c. Jörg Becker, Wissenschaftlicher Leiter des Studiengangs, hielt die Festrede zum aktuellen Thema Künstliche Intelligenz und Digitalisierung. Im Anschluss überreichte er die Masterurkunden. Als bester Absolvent wurde Kevin Rampelmann ausgezeichnet. Die gelungene Absolventenrede wurde von Tobias Steltig gehalten. Der Abend klang bei Häppchen, Sekt und netten Gesprächen im Kreise der Familien und mit weiteren Professoren aus.

Absolventenrede von Tobias Steltig

In einer beeindruckenden Rede gab Absolvent Tobias Steltig an diesem Nachmittag Einblicke in seine Studienzeit. Hier der Wortlaut:

"Während meiner Schulzeit wollte ich früh raus aus der Schule und ins Arbeitsleben. Nicht mehr Lernen und Hausaufgaben machen sondern Arbeiten und ein selbstständiges Leben führen. Ich hatte zwar sowohl auf dem Gymnasium als auch an der Höheren Handelsschule Mathe‐Informatik bzw. Wirtschaftsinformatik als Differenzierungsfach, aber eher um Französisch und Chemie zu entgehen. Die Wirtschaftsthemen zogen mich jedoch eher an als die Informationswissenchaften. Ich entschied mich dann sogar noch mehr in den „kreativen“ Bereich zu gehen und eine Ausbildung als Kaufmann für Marketingkommunikation zu machen. „Kreative Aspekte mit kaufmännischen Grundzügen“, so dachte ich. Relativ schnell wurde ich jedoch von zwei Mustern eingeholt: 1. Gleich wieder in die Schule, diesmal Berufsschule. 2. Als Kaufmann für Marketingkommunikation im Versandhandel kommt man um das Thema Online nicht herum. Webseiten, Content Management Systeme, Suchmaschinen, ERP‐Systeme und Schnittstellen daraus. Deutlich mehr Informationssysteme als kreatives Brainstorming und Werbekonzeption. Zukunftsgerichtet verfestigte sich schnell der Eindruck für mich und in meinem Umfeld: Um beruflich in diesem Bereich weiterzukommen wäre ein Studium schon angebracht.

Noch einmal Muster 1.: Lernen. Ich legte erneut einen Schwerpunkt: studierte berufsbegleitend BWL mit der Fachrichtung Marketingkommunikation und Public Relations und begann eine neue Stelle im Produktmarketing. Obwohl die Stelle im Vertrieb eines Entwicklungs‐ und Beratungsdienstleisters angesiedelt war blieben dann doch schnell einige Themen hängen: „Du hast doch Erfahrung mit Webseiten.“ „Kann man da nicht was in Richtung Online‐Tool machen.“ „Etc. Etc.“Wenn man eine gewisse IT‐Affinität nicht leugnet findet sich immer ein Informationssystem oder eine Anwendung die man doch gut bereichern könnte. Das gilt natürlich auch für den privaten Bereich „Du machst doch was mit Computern und so…“ Nach dem Bachelor wieder eine neue Herausforderung: Produktmanagement in der Technikabteilung eines Industrieunternehmens. Dort wurde allerdings schon bei der Einstellung erwähnt: „Wir haben da so eine Planungssoftware“ Kaum im Job wird man als Vertreter in den Arbeitskreis „Neue Medien“ aufgenommen und ist in der technischen Abteilung Ansprechpartner für alle Softwarerelikte die man doch mal auf den neuesten Stand der Technik bringen könnte. Mit der Benennung zum Projektleiter für die Neuentwicklung eines Produktinformationssystems fügte ich mich dann vollends in mein "IT-Schicksal". Bei der zielgerichteten Suche meine praktischen Anwendungen und Erfahrungen auf theoretisch fundierte und wissenschaftliche Füße zu stellen stieß ich dann auf das
berufsbegleitende Studium IT‐Management der Universität Münster.

Sehr geehrte Professorinnen, sehr geehrte Professoren,
sehr geehrte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Universität Münster und der WWU Weiterbildung,
liebe Kommilitoninnen und Kommilitonen,
liebe Gäste,

so wie mir oder so ähnlich geht es wohl vielen heutzutage. Die digitale Transformation und die Digitalisierung schreiten immer weiter voran. In immer mehr Lebensbereichen, privat und beruflich, begegnen wir Informationstechnologie. Unsere Welt ist voll von Daten und Applikationen, von Prozessen die Informationen und Kommunikation vernetzen. Neue Technologien und die Ausbreitung und Anwendung bestehender Technologien und Verfahren auf immer neue Bereiche sind Herausforderung und Chance unserer Zeit. Um
diese Prozesse aktiv mitzugestalten ist „Lebenslanges lernen“ nicht nur eine Floskel sondern gerade im Bereich Informationstechnologie von ausschlaggebender Bedeutung. Die
Universität Münster bietet mit der WWU Weiterbildung berufsbegleitend wertvolle Einzelseminare oder in Zusammenhang den Master in IT‐Management an. Meine
Erwartungen an die einzelnen Module und den Informationszugewinn wurden dabei übertroffen.

Die Kompaktheit der Lehrinhalte auf 9 Präsenzmodule und die Flexibilität die Module und wissenschaftlichen Arbeiten individuell zu planen sind prima Voraussetzungen um sich
neben der Berufstätigkeit weiter zu bilden und zu qualifizieren. Ich darf hier als Vertreter der Studierenden im Masterstudiengang sprechen und möchte mich für lehrreiche 4 Jahre bedanken. Bei allen Dozenten die in Ihren Fachgebieten und Ihrer Art Wissen zu vermitteln hervorragende Arbeit leisten. Bei den Studienkoordinatoren die
immer freundlich und hilfsbereit jede organisatorische Hürde im Sinne aller Beteiligten meistern. Die jederzeit für eine ausgezeichnete Versorgung und Unterstützung sorgen. Bei
allen Kommilitonen die eine prima Gemeinschaft während der Module und darüber hinaus bilden. Der positive Austausch mit Kommilitonen vor den Prüfungen und Modulen, aber auch die privaten Veranstaltungen während der Präsenzmodule werde ich in Erinnerung behalten. Ich möchte auch allen Gästen danken die uns während des Studiums und speziell in den Lernphasen unterstützt und gestärkt haben. Ich konnte leider nicht immer mit Bestnoten dienen und musste mir im Selbststudium einiges Erlernen was ich an Informatik‐Inhalten in Ausbildung und Bachelor versäumt habe. Dennoch hat sich meine Haltung und Einstellung zum Thema Weiterbildung und

wissenschaftlich fundierter Basis in diesem Studium noch einmal deutlich verfestigt. Das erste Muster des Lebenslangen Lernes ist nicht länger belastend sondern ermutigend. Ich bin froh und dankbar für das Erlernte, was mir seit dem ersten Studientag in meiner beruflichen Praxis weiterhilft. Seit 3 Jahren arbeite ich jetzt als Projektmanager in der IT‐Abteilung. Eine Stelle die ich mir sicherlich zu Schulzeiten nicht hätte denken können. Aber die Wege unserer Zeit führen allzu häufig zum zweiten Muster: Informationssysteme begegnen uns tagtäglich und sind wichtiger Bestandteil von immer weiteren Bereichen. Die digitale Transformation gewinnt an Dynamik und es kann nur hilfreich sein sich mit ihr, ihren Techniken und Trends zu beschäftigen. Ich hoffe dass auch zukünftig viele Menschen die Möglichkeit nutzen um sich mit Hilfe der WWU Weiterbildung auf die Herausforderungen der digitalen Transformation vorzubereiten um diese aktiv mitgestalten zu können. Ich jedenfalls kann das nur jedem empfehlen. Vielen Dank und Ihnen und uns allen einen schönen Abend."