Aktuelle Änderungen zum Umsatzsteuerrecht im internationalen Kontext

Bereits seit Jahren wird auf EU-Ebene über Reformen des Mehrwertsteuersystems diskutiert, denn den Mitgliedstaaten entgehen Jahr für Jahr Beträge in Milliardenhöhe. Da sich die bislang geltenden Systeme als missbrauchs- und betrugsanfällig erwiesen haben, hat die EU-Kommission nun erste konkrete Maßnahmen auf den Weg gebracht, deren Umsetzung bereits ab dem 01.01.2019 beginnt. Weitreichende Änderungen sollen in den nächsten Jahren folgen. Im Rahmen dieser Veranstaltung soll die bisherige Entwicklung des Binnenmarkts auf dem Weg hin zum neuen endgültigen und gemeinsamen Mehrwertsteuersystem aufgezeigt werden. Die bereits bestehenden bzw. in Umsetzung befindlichen Regelungen werden dabei den inhaltlichen Schwerpunkt bilden, ergänzt um die geplanten Maßnahmen für den einheitlichen europäischen Mehrwertsteuerraum.

  • Darstellung der derzeitigen Rechtslage und der bisherigen Entwicklung
    - Entwicklung Rechtsstand bis 2015
    - § 18 Abs. 4c und § 18h USt-Erklärung für einen anderen Mitgliedstaat
    - § 3 Abs. 11a: elektronische Lstg. über zwischengeschaltete Parteien
  • Mini-One-Stop-Shop / VoeS
    - Rechtliche und technische Informationen zu MOSS / VAT on e-Services
    - Eckwerte zum Verfahren MOSS 2015
  • Europäische Union
  • Der Mehrwertsteueraktionsplan
    - Mehrwertsteuerlücke: Umfang – Unterschiede in einzelnen Staaten
    - Aktionspunkte
    - Zeitliche Planung
    - Weitreichende Reform des MwSt-Systems
    - Eckpfeiler eines neuen endgültigen und gemeinsamen EU-Mehrwertsteuerraums
  • EU Vorschlag:  Einführung des „zertifizierten Steuerpflichtigen“
  • Das Digitalpaket vom 05.12.2017
    - Regelungen  für den elektronischen Geschäftsverkehr
    - Unterstützung von Start-ups und Kleinstunternehmen
    - Abschaffung der Freigrenze für die Einfuhr von Waren mit geringem Wert
    - Ort der elektr. Dienstleistung – Nachweis
    - Zusammenarbeit der Verwaltungsbehörden
  • „Jahressteuergesetz 2018“
    - Erste Umsetzung des Digitalpakets auf nationaler Ebene
    - Aufzeichnungs- und Haftungsregelung für „Market-Places“
  • Kurzfristige Maßnahmen im bestehenden System ab 01.01.2020
    - MwSt-Identifikations-Nummer - Nachweis innergemeinschaftlicher Lieferungen
    - Reihengeschäfte
    - Konsignationslager
    - Generelle Umkehrung der Steuerschuldnerschaft - Befristete Ausnahme für einzelne Staaten
  • Planung: Flexiblere Mehrwertsteuersätze
    - Steuersatz Zeitschriften, e-books und Co.
    - Mehrwertsteuernormalsatz, Ermäßigte Steuersätze, Nullsatz
    - Gewogenes Mittel
    - Beibehaltung bisheriger Ermäßigungen
  • Planung: Behandlung der Kleinunternehmen
    - Schwellenwerte
    - Vereinfachte Mehrwertsteuerpflichten
  • Planung: Zusammenarbeit der Verwaltung
    - Stärkung der Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten
    - Austausch von Informationen über Einfuhren in die EU und über Fahrzeugzulassungen
  • Planung: Technische Maßnahmen zur Umsetzung
    - Richtlinienvorschlag für detaillierte technische Maßnahmen
    - Innergemeinschaftliche Lieferungen (B2B) ab 01.07.2022
    - Endgültige Besteuerung von Dienstleistungen( B2B) ab ca. Mitte 2027
  • Exkurs: Planung: Besteuerung der digitalen Wirtschaft
    - Vorschlag 1: Reform der KSt-Vorschriften für digitalen Tätigkeiten
    - Vorschlag 2: Übergangssteuer auf bestimmte Erträge aus digitalen Tätigkeiten

 

Termin: Samstag, 13. April 2019 von 9.30 - 15.00 Uhr (5 Zeitstunden)
Teilnahmeentgelt:  350 € / 300 € Alumni (inkl. Seminarunterlagen, Pausenkaffee)
Ort: WWU Weiterbildung, Königsstraße 47, 48143 Münster
Dozenten: Dieter Spangenberg und Günther Stoffers, Finanzverwaltung NRW



Die Fortbildung ist auch offen für Steuerberater/innen ohne Fachberaterqualifikation sowie Fachanwälte/innen für Steuerrecht. Das Internationale Steuerrecht sollte zum Tagesgeschäft gehören.

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