Zertifikatslehrgang "Indi­vi­duelle För­derung durch Ler­nen & Bewe­gung, Spiel & Sport "

Zertifikatslehrgang "Indi­vi­duelle För­derung durch Ler­nen & Bewe­gung, Spiel & Sport "

Der neue Zertifikatslehrgang (ZL) bei sport-lernen vereint Themen aus dem ZL „Mehr Bewegung in die Grundschule“ mit denen von dem ZL „Lernen und Bewegung“.
Für Kinder und Jugendliche ist Bewegung ein Grundbedürfnis. Kinder aller Altersklassen haben zunehmend Schwierigkeiten sich an Schulregeln zu halten, länger still zu sitzen oder Impulse zu kontrollieren. Die positiven Auswirkungen von Bewegung hinsichtlich kognitiver Leistung und exekutiver Funktionen sind bereits durch mehrere Studien empirisch belegt. Leider finden diese Erkenntnisse nur selten eine praktische Umsetzung.

Die Voraussetzungen, welche in den Unterricht mitgebracht werden, unterscheiden sich mehr und mehr, sodass die Anforderungen an Lehrkräfte durch heterogene Klassen immer vielfältiger werden. Hinzu kommt die Beobachtung geschlechtsspezifischer Zugänge zu Bewegung, Spiel und Sport, welcher Umgang mit Heterogenität, weitere Methoden und Maßnahmen zur inneren Differenzierung erfordert. Im Laufe des Zertifikatslehrgangs werden zunächst theoretische Zusammenhänge hergestellt. Anschließend bietet der ZL ein großes Repertoire an theoretischen und praktischen Inhalten für mehr Bewegung und Bewegungspausen in der Schule.

Inhalte im Überblick
(alle Inhalte sind mit Praxisbausteinen versehen)

Pflichtmodul I (8 LE) anschließend Hospitationsphase

Auf der Basis von individuellen Erfahrungen und Wünschen der Teilnehmer/innen werden aktuelle Themen und Spannungsfelder aus dem Schulkontext thematisiert und auf Kinder mit besonderen Bedürfnissen fokussiert. Im Vordergrund steht das Kind mit seinem individuellen Förderbedarf in ausgewählten Entwicklungsbereichen, welche den Unterricht, die Unterrichtsplanung und auch das Klassenklima beeinflussen (Konzentrationsfähigkeit, Impuls- und Bedürfniskontrolle, (Grafo)-motorik als Grundlage für den Schriftspracherwerb, Sozialkompetenz, koordinative und kognitive Leistungsfähigkeit, Selbstbewusstsein). Kindern mit Förderbedarf werden besonders hervorgehoben, der Unterschied zwischen einem inklusiven und integrativen Unterricht soll diesbezüglich deutlich werden. Auch der unterschiedliche, geschlechtssensible Zugang zu Bewegung, Spiel und Sport von Jungen und Mädchen wird thematisiert und praktisch erprobt. Die Möglichkeiten des sozialen Lernens bei Kindern durch Bewegung, Spiel und Sport bildet einen weiteren Schwerpunkt der Lehrgangseinheit Spiel- und Übungsideen zur Entwicklungsförderung in der Sporthalle, dem Pausenhof und auch im Klassenraum runden die erste Einheit ab.

  • Bewegungsförderung/ Einblick in die bewegungsbasierte Förderpraxis
  • Die Kinder in der Schule und in aktuellen Spannungsfeldern. Schwerpunkt: Kinder mit besonderen Bedürfnissen - Inklusion versus Integration
  • Allgemeine Förderung vs. Individuelle Förderung
  • Geschlechtssensible Zugänge/ Jungenförderung
  • Soziales Lernen
  • Vorbesprechung von Praxisphase 1

Termin

N.N.

Referenten
Christiane Bohn (Leitung), Andre Magner, Nils Kaufmann


Pflichtmodul II (8 LE) anschließend Hospitationsphase 

Nach einer kurzen Reflexionsphase zu den Inhalten des ersten Pflichtmoduls und den Erfahrungen der ersten Praxisphase wird die Verbindung von Lernen und Bewegung fundiert theoretisch aufgearbeitet und die Bedeutung der Bewegung auf Kognition (exekutive Funktionen) und Konzentration herausgestellt. Ihre Förderung durch ausgewählte Spiel- und Übungsformen schließt sich an.

  • Grundlagen zum Zusammenhang von Bewegung und Lernen
  • Bewegung als Medium kognitiver Förderung
  •  Kompatibilität lernförderlicher Übungen mit  fachlichen Sportunterrichtsinhalten
  • Reflexion von Praxisphase I
  • Besprechung von Praxisphase II

Termin

N.N.

Referenten
Kathrin Aschebrock (Leitung), Katharina Ludwig


Pflichtmodul III (8 LE) inkl. Abschluss Prüfungsportfolio 


Im Block III werden zu Beginn die Erfahrungen aus der zweiten Praxisphase vor dem Hintergrund der ersten beiden Pflichtmodule (und Tagesveranstaltungen) diskutiert. Darüber hinaus werden im dritten Pflichtmodul praktikable Beobachtungs- und Diagnoseverfahren vorgestellt und erprobt, die den Entwicklungsstand von Kindern in ausgewählten Bereichen ermöglicht. Um auf dieser Grundlage individuell zu fördern, werden unterschiedliche methodische Zugänge, u.a. zu inneren Differenzierung, vorgestellt und gemeinsam erprobt. Abschließend werden Möglichkeiten einer bewegten Schulentwicklung konkretisiert und anhand von ausgewählten Beispielen vorgestellt, wie mehr Bewegung in die Schule und den Unterricht gebracht und auch das Lernen bewegt gestaltet werden kann.

  • Diagnostik
  • Didaktisch-methodische Konsequenzen
  • "Bewegung und Lernen" als Schul(sport)entwicklungsthema
  • Reflexion von Praxisphase II
  •  Abschluss Prüfungsportfolio

Termin
N.N.

Referenten
Christian Bohn (Leitung), Kathrin Aschebrock, Rüdiger Klupsch-Sahlmann


Vertiefungsveranstaltungen 1 und 2 (insgesamt je 8 Ust.)

Sa., 10.09.2022; 10.00 Uhr - 17.00 Uhr

1, 2, 3... und alle sind dabei - Inklusive Spiele für heterogene Lerngruppen (Christiane Bohn,)

Sa., 05.11.2022; 10.00 Uhr - 17.00 Uhr
Train your brain - Lernförderung im Sportunterricht (Kathrin Aschebrock)

Zielgruppe

Lehrer/-innen und pädagogische Fachkräfte aller Fachdisziplinen in der Grundschule aber auch an Erzieher/innen, Sozialpädagoge/innen und Übungsleiter/innen, die mit Kindern im Alter von 4 bis 12 Jahren arbeiten

Aufbau

  • Drei 1-tägige Module Grundlagenmodule und zwei Vertiefungsmodule je acht Unterrichtsstunden (je 45 Minuten)
  • Zwei Praxisphasen (Arbeitsaufwand: je vier Unterrichtsstunden inkl. Vor- und Nachbereitung) mit schriftlicher Dokumentation
  • Prüfungskolloquium, in dem die Teilnehmenden ein selbst erstelltes Thesenpapier vorstellen

Abschluss

Hochschulzertifikat der Westfälischen Wilhelms-Universität (im Umfang von 6 ECTS). Weitere Details finden Sie in unserer  Prüfungsordnung.

Teilnahmeentgelt

450 € (regulär)  / 400,-€ (WWU Alumni Club Mitglieder)

Weitere Seminare aus unserem aktuellen Fortbildungsseminarprogramm können zu 50% der regulären Gebühr zusätzlich gebucht werden.

Ort

Die Veranstaltungen finden in den Räumlichkeiten der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster statt. Für Teilnehmer/-innen, die von außerhalb anreisen und eine Unterkunft benötigen, bietet die Stadt Münster eine Vielzahl von Übernachtungsmöglichkeiten in allen Preisklassen: vom Jugendgästehaus am attraktiven Aasee bis hin zum anspruchsvollen Designhotel.  Eine Übersicht über die Übernachtungsmöglichkeiten finden Sie auf den Seiten der Stadt Münster. Bei vielen Unterkünften erhält die Westfälische Wilhelms-Universität Vergünstigungen und Rabatte, die auch von unseren Teilnehmer/-innen in Anspruch genommen werden können.

Dozentinnen & Dozenten

Dr. Christiane Bohn (Leitung), Universität Münster
Kathrin Aschebrock (Leitung), Universität Münster
Andre Magner, Universität Münster
Rüdiger Klupsch-Sahlmann, LRSD i.R.

Vormerkung