Zertifikatslehrgang "Mehr Bewegung in die Grundschule 2020"

Zertifikatslehrgang "Mehr Bewegung in die Grundschule 2020"

Kinder wollen sich bewegen, für sie ist Bewegung ein Grundbedürfnis. Gerade in der ersten Klasse fällt es den meisten Kindern schwer, die Aufgabe von Schule zu erfassen, sich an Regeln zu halten, die eigenen Bedürfnisse zurückzustellen, ihre Impulsivität zu kontrollieren, sich länger mit einer Sache zu beschäftigen und sich zu konzentrieren. Der Sportunterricht weist oft zu wenig reine Bewegungszeit auf, die Pausen können aufgrund der Rahmenbedingungen meist nicht zum Spielen und Toben genutzt werden. Zudem ist ein geschlechtsspezifischer Zugang zu Bewegung, Spiel und Sport zu beobachten. Warum also nicht in den gesamten Unterricht mehr Bewegung bringen?

Um den Entwicklungsstand von Kindern als Grundlage für die Unterrichtsplanung zu erfassen, ist die Diagnostik sensomotorischer Fähigkeiten eine wichtige Basis.

Zudem werden die Lerngruppen und damit auch die Anforderungen an die Lehrkraft immer vielfältiger. Deshalb wird insbesondere auf Kinder mit besonderen Bedürfnissen eingegangen, da der Umgang mit Heterogenität weitere Methoden und Maßnahmen zur inneren Differenzierung erfordert. Diese sind mit vielen inhaltlichen und praktischen Übungen unterfüttert. Zudem wird eine Selbstreflexion zum eigenen Umgang mit Unterschieden erforderlich.

Zum Erhalt des Zertifikats wird ein Portfolio (Hospitationen etc.) angefragt.

Inhalte im Überblick
(alle Inhalte sind mit Praxisbausteinen versehen)

  • Kinder mit besonderen Bedürfnissen als Unterrichtsbedingung – Beschreibung der Symptomatik und der besonderen Bedürfnisse
  • Schulung motorischer Basisfähigkeiten, Anbahnung des Schrift- und Spracherwerbs
  • Umgang mit heterogenen Gruppen (Methodik)
  • Bewegtes Lernen, Lernen in Bewegung sowie
  • Exekutive Funktionen, Konzentrationsförderung und Impulshemmung durch Bewegung, Spiel und Sport
  • Feststellen des Entwicklungstands, Bewegungsbeobachtung (Moto-Diagnostik)

 

Modul 1 (8 Ust.)
Auf der Basis von individuellen Erfahrungen und Wünschen der Teilnehmer/innen werden aktuelle Themen und Spannungsfelder der Grundschule thematisiert und auf Kinder mit besonderen Bedürfnissen fokussiert. Im Vordergrund steht das Kind mit seinem individuellen Förderbedarf in ausgewählten Entwicklungsbereichen, welche den Unterricht, die Unterrichtsplanung und auch das Klassenklima beeinflussen (Konzentrationsfähigkeit, Impuls- und Bedürfniskontrolle, (Grafo)-motorik als Grundlage für den Schriftspracherwerb, Sozialkompetenz, koordinative und kognitive Leistungsfähigkeit, Selbstbewusstsein).  Kindern mit Förderbedarf werden besonders hervorgehoben, der Unterschied zwischen einem inklusiven und integrativen Unterricht soll diesbezüglich deutlich werden. Auch der unterschiedliche, geschlechtssensible Zugang zu Bewegung, Spiel und Sport von Jungen und Mädchen wird thematisiert und praktisch erprobt. Spiel- und Übungsideen zur Entwicklungsförderung in der Sporthalle, dem Pausenhof und auch im Klassenraum runden die erste Einheit ab.

  • Block I: Bewegungsförderung

  • Block II: Die Kinder in der Grundschule und in aktuellen Spannungsfeldern- Schwerpunkt: Kinder mit besonderen Bedürfnissen: Inklusion versus Integration

  • Block III: Geschlechtssensible Zugänge
     

Modul 2 (8 Ust.)

Nach einer kurzen Selbstreflexion zum eigenen Umgang mit Heterogenität wird die  Thematik  „Kinder mit besonderen Bedürfnissen“ anhand von den Teilnehmer*innen gewünschter Beispiele vertieft. Anschließend wird die Verbindung von Lernen und Bewegung fundiert theoretisch aufgearbeitet und die Bedeutung der Bewegung auf Kognition  (exekutive Funktionen) und Konzentration herausgestellt. Ihre Förderung durch ausgewählte Spiel- und Übungsformen schließt sich an. Die Möglichkeiten des sozialen Lernens bei Kindern durch Bewegung, Spiel und Sport bildet den dritten Schwerpunkt der Lehrgangseinheit.

  • Block IV:
  • Block V: Lernen und Bewegung
  • Block VI: Soziales Lernen
  • Praxisphase 1

 

Modul 3 (8 Ust.)
Im Block III werden eingangs praktikable Beobachtungs- und Diagnoseverfahren vorgestellt und erprobt, die den Entwicklungsstand von Kindern in ausgewählten Bereichen ermöglicht. Um auf dieser Grundlage individuell zu fördern, werden unterschiedliche methodische Zugänge, u.a. zu inneren Differenzierung, vorgestellt und gemeinsam erprobt. Abschließend werden Möglichkeiten einer bewegten Schulentwicklung konkretisiert und anhand von ausgewählten Beispielen vorgestellt, wie mehr Bewegung in die Schule und den Unterricht gebracht und auch das Lernen bewegt gestaltet werden kann.

  • Block VII: Diagnostik
  • Block VIII: didaktisch-methodische Konsequenzen,
  • Block IX: Schulentwicklung
  • Praxisphase 2


Tagesveranstaltung 1 und 2 (insgesamt je 8 Ust.)
 

  • Inklusion im Schulsport
  • Jungenförderung

Zielgruppe

Lehrer/-innen und pädagogische Fachkräfte aller Fachdisziplinen in der Grundschule aber auch an Erzieher/innen, Sozialpädagoge/innen und Übungsleiter/innen, die mit Kindern im Alter von 4 bis 12 Jahren arbeiten

Aufbau

  • Drei 1-tägige Module Grundlagenmodule und zwei Vertiefungsmodule je acht Unterrichtsstunden (je 45 Minuten)
  • Zwei Praxisphasen (Arbeitsaufwand: je vier Unterrichtsstunden inkl. Vor- und Nachbereitung) mit schriftlicher Dokumentation
  • Prüfungskolloquium, in dem die Teilnehmenden ein selbst erstelltes Thesenpapier vorstellen

Abschluss

Hochschulzertifikat der Westfälischen Wilhelms-Universität (im Umfang von 6 ECTS). Weitere Details finden Sie in unserer  Prüfungsordnung.

Teilnahmeentgelt

450 € (regulär)  / 400,-€ (WWU Alumni Club Mitglieder)

Weitere Seminare aus unserem aktuellen Fortbildungsseminarprogramm können zu 50% der regulären Gebühr zusätzlich gebucht werden.

Ort

Die Veranstaltungen finden in den Räumlichkeiten der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster statt. Für Teilnehmer/-innen, die von außerhalb anreisen und eine Unterkunft benötigen, bietet die Stadt Münster eine Vielzahl von Übernachtungsmöglichkeiten in allen Preisklassen: vom Jugendgästehaus am attraktiven Aasee bis hin zum anspruchsvollen Designhotel.  Eine Übersicht über die Übernachtungsmöglichkeiten finden Sie auf den Seiten der Stadt Münster. Bei vielen Unterkünften erhält die Westfälische Wilhelms-Universität Vergünstigungen und Rabatte, die auch von unseren Teilnehmer/-innen in Anspruch genommen werden können.

Dozentinnen & Dozenten

Dr. Christiane Bohn (Leitung), Universität Münster
Franziska Duensing-Knop, Universität Münster
Sebastian Salomon, Universität Münster
Rüdiger Klupsch-Sahlmann, LRSD i.R.

Termine

  • Pflichtmodul 1: Sa., 31.10.20; 10:00-17:00 Uhr/ 8 LE anschließend Hospitationsphase 1 (Christiane Bohn)
  • Tagesveranstaltung: Inklusion im Schulsport, Samstag, 21.11.2020; 10:00-17:00 Uhr/ 8 LE  (Franziska Duensing-Knop)
  • Pflichtmodul 2: Sa., 16.01.21; 10:00-17:00 Uhr/ 8 LE anschließend Hospitationsphase 2 (Christiane Bohn)
  • Tagesveranstaltung: Jungenförderung, Sa., 30.01.2021; 10:00-17:00 Uhr / 8 LE (Sebastian Salomon)
  • Pflichtmodul 3: Sa., 27.02.21; 10:00-17:00 Uhr/ 8L E inkl. Abschluss Prüfungsportfolio (Christiane Bohn 4 LE, Rüdiger Klupsch-Sahlmann 4 LE)

Zur Anmeldung